Zum 80. Geburtstag von Hans-Ulrich Klose

Ein Rückblick aus Wilhelmsburger Sicht***

               Hans-Ulrich Klose am 31.10. 2009 vor dem Wilhelmsburger Rathaus

Am 14. Juni hat Hans-Ulrich Klose seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er wurde 1937 in Breslau geboren, war von 1974 bis 1981 Hamburger Bürgermeister und von 1983 bis 2013 Bundestagsabgeordneter mit Wohnsitz in Wilhelmsburg.
Klose hat sich vielfältig für Wilhelmsburg engagiert. In seiner Ära wurden Entscheidungen getroffen, ohne die die Entwicklung Wilhelmsburgs zu dem heutigen agilen und attraktiven Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben kaum möglich gewesen wäre.

Dazu soll hier an einige markante Stationen erinnert werden:

1977: Fünfzehn Jahre nach der großen Flut trifft der Senat endlich die Entscheidung, dass Wilhelmsburg-West als Wohnstandort erhalten bleiben und weiter entwickelt werden soll. Eigentlich sollte nach 1962 das gesamte Reiherstiegviertel bis zur Bahn der Hafenerweiterung zum Opfer fallen: 15 Jahre Ungewissheit, Abwanderung, Investitionsstau und Verfall. Die Menschen in Wilhelmsburg aber gaben nicht auf.
1978 initiiert der Klose-Senat eine „Pilotstudie Wilhelmsburg“, eine Analyse und ein Konzept für ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Wohnqualität und der sozialen Infrastruktur.

1983 beteiligt sich Klose an einer Protestveranstaltung im Gemeindehaus der Emmaus-Kirche: Die Gemeinde, eine örtliche Initiative und die Betriebsratsvorsitzenden der von der Schließung betroffenen Betriebe HDW (Howaldtswerke-Deutsche-Werft ) und der Maschinenfabrik MAN im Hafen hatten Alarm geschlagen. Klose warnte vor der Verarmung des Stadtteils und forderte den Senat zum Handeln auf.

1994 war der Hamburger Senat unter Henning Voscherau fest entschlossen, Hamburgs dritte Müllverbrennungsanlage in Wilhelmsburg zu bauen (Standort Neuhof). Der Standort galt als „alternativlos“. Klose hatte die Massenproteste auf den Straßen mit Blockaden aller großer Brücken und eine klare Ablehnung auch bei allen örtlichen Gremien und Mandatsträgern („wenn der Senat das durchzieht, setzen wir uns gemeinsam mit den Initiativen auf die Köhlbrandbrücke“) lebhaft vor Augen. Seine eindringliche Rede auf dem entscheidenden SPD-Parteitag gab wohl den Ausschlag („dies ist ein schwer belasteter Stadtteil….“). Der Senat lenkte schließlich ein. Wilhelmsburg als Standort der MVA wurde aufgegeben.

 

 

2009: Klose beteiligt sich in erster Reihe an der großen Demonstration von 2000 Menschen auf der Wilhelmsburger Reichsstraße (am 31.10.2009) und schließt sich als Redner auf der Abschlusskundgebung vor dem Wilhelmsburger Rathaus den Protesten gegen die drohende „Autobahnisierung“ Wilhelmsburgs an.

 

 

Im Interesse Wilhelmsburgs kann man nur wünschen, dass Hans-Ulrich Kloses Wort und sein Rat noch lange Gehör bei den jetzigen Verantwortlichen finden.

 

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