Weiter große Sorge über medizinische Versorgung in Wilhelmsburg

Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg fordert eine gesicherte 24/7 – Notfallversorgung und den Erhalt stationärer Angebote auf den Elbinseln

Der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg ist weiterhin besorgt über die unklare Zukunft der medizinischen Versorgung auf den Elbinseln.

Nach der Schließung von Notfallambulanz und Chirurgie im Sommer und der angekündigten Verlagerung des Rest-Krankenhauses Groß Sand zum Marienkrankenhaus gibt es große Verunsicherung in Wilhelmsburg.

Offene Fragen

Ein Konzept über die von der Senatorin angekündigte neue „Stadtteilklinik“ am jetzigen Standort gibt es bisher nicht.

Eine Voraussetzung wäre die Übernahme der Liegenschaft durch die Stadt. Die Verhandlungen mit dem Erzbistum stocken jedoch.
Dazu kommt, dass die im Marienkrankenhaus für die Aufnahme von Geriatrie und neurologischer Früh-Reha aus Groß-Sand vorgesehenen Gebäude offenbar nicht geeignet sind und ein Ersatzneubau in den Sternen steht.

Umso mehr betonen wir erneut die Notwendigkeit einer verlässlichen (notfall-) medizinischen Versorgung für den Stadtteil.

Insellage und Verkehr verlangen nach einer eigenständigen Notfallversorgung

Die diesjährigen Brandkatastrophen im Hamburger Süden – zuletzt das Großfeuer auf der Peute mit einem 72 Stunden Einsatz von Feuerwehr Hamburg und 57 freiwilliger Wehren – haben gezeigt, wie schnell zentrale Verkehrsachsen blockiert sein können und wie vulnerabel Wilhelmsburg und die angrenzenden Stadtteile in solchen Situationen sind.

Die Insellage, die Nähe zu einer Vielzahl von Gefahrgutlagern und Logistikbetrieben im Hafen begründen besondere Risiken.
Hamburgs Hauptschlagadern für den motorisierten Verkehr und den Bahnverkehr sind regelmäßig überlastet und können bei Bränden, Extremwetterereignissen, Unfällen oder technischen Störungen kurzfristig ausfallen.

Strukturelle Benachteiligung verschärft sich durch den Abbau medizinischer Angebote

Die zunehmende räumliche Distanz zu stationären Angeboten verstärkt sowohl medizinische als auch soziale Ungleichheiten.
Besonders betroffen sind Familien mit betreuungsbedürftigen Kindern, pflegende Angehörige, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Eine weitere Verlagerung von Krankenhausangeboten aus Wilhelmsburg heraus widerspricht dem Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse und einer verlässlichen gesundheitlichen Daseinsvorsorge für alle Teile der Stadt.

Deshalb fordern wir…

  • die Wiedereinrichtung eines vollwertigen Krankenhauses mit notfallmedizinischen, chirurgischen und stationären Angeboten auf den Elbinseln.
  • eine medizinische Grund- und Notfallversorgung muss im Stadtteil selbst funktionsfähig und erreichbar für die betroffenen Stadtteilbewohner sein,
    sowohl im täglichen Versorgungsgeschehen als auch im Krisenfall.
  • ebenso bedarf es eines Ausbaus der ambulanten Versorgung. Die Zahl von Fachärzten liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt.
  • eine regionale Gesundheitsplanung, die die besonderen Risiko- und Standortbedingungen der Elbinseln berücksichtigt.
  • Planungen für den Krisen und Katastrophenfall, die die besonderen Risiken eines Stadtteils in Insellage und Hafennähe berücksichtigt.
  • dazu erwarten wir, dass die Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger frühzeitig, transparent und verbindlich in alle weiteren Planungsprozesse einbezogen werden.

Rückfragen und Kontakt:
Berit Münsterberg | Vorsitzende Zukunft Elbinsel e. V.
Telefon: 015734297873
E-Mail: b.muensterberg@outlook.com


Die vollständige Stellungnahme als pdf:

zur medizinischen Versorgung in Wilhelmsburg

Hamburger Morgenpost vom 25.12.25. zur aktuellen Lage Groß-Sand:

2025-12-25 WIr wollen helfen dürfen aber nicht. mopo.de

Schriftliche Kleine Anfrage von Deniz Celik und Kay Jäger vom 9.12.2025 zur aktuellen Lage Groß-Sand:

25-12-16_Kleine Anfrage-LINKE_23-02398-zum-aktuellen-Stand-KH Gross-Sand

Anhang: Daten der Kassenärztlichen Vereinigung zur ambulanten medizinischen Versorgung in Wilhelmsburg:

2398_Anlage1-23

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